Bundesregierung entschädigt Kundusopfer viel zu spät

23.08.2010 | Berlin
Zu den vom Bundesministerium für Verteidigung angekündigten Entschädigungszahlungen für die Opfer des Luftschlags in der Region Kundus am 4. September 2009, erklärt Marieluise Beck MdB:

Tod, Verletzung und das daraus entstandene menschliche Leid können nicht wieder gut gemacht oder durch Geld entschädigt werden. Dennoch ist zu begrüßen, dass vom Bundesministerium der Verteidigung in enger Kooperation mit der Unabhängigen Afghanischen Menschenrechtskommission eine Lösung gefunden wurde, die in den betroffen Dörfern der Region Char Darah scheinbar auf Akzeptanz stößt. Unsere Kontakte vor Ort berichten, dass die Menschen erleichtert und froh sind, dass endlich - fast ein Jahr nach dem fatalen Luftschlag - Entschädigungszahlungen veranlasst wurden, auch wenn die Angemessenheit der Höhe der gezahlten Wiedergutmachung nicht unumstritten ist.

Egal wie hoch die Geldsumme jedoch ist: Sie kann niemals den Verlust eines Familienvaters, Sohnes oder Bruders, der die Existenz der Familie hätte sichern sollen, ausgleichen. Insofern war und ist die Idee, den Menschen in der Region Char Darah zu eigenen Existenzgründungen zu verhelfen und ihnen Arbeitsmöglichkeiten zu verschaffen, richtig und durch die jetzt gefundene Entschädigungszahlung nicht obsolet.

Skandalös bleibt aber, dass sich die Bundesregierung in der Entschädigungsfrage über Monate hinweg passiv verhalten und viel zu spät direkten Kontakt mit den Opfern aufgenommen hat.

Es ist den geplagten Menschen in Char Darah zu wünschen, dass ihre Region sich wieder so beruhigt, dass nicht jeder Ansatz von zivilem Aufbau von Aufständischen vereitelt oder sogar zerstört werden kann, damit die von Bundeswehr und GTZ geplanten Projekte endlich umgesetzt werden können.

Quelle: Pressemeldung Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

Dieser Beitrag wurde bisher 141 mal gelesen.
(Rang 60 auf militaer-news.de)

Klicken Sie hier um zum Anfang der Seite zu gelangen.

Weitere News

Wohin steuert Ägypten?

15.11.2011 | Interview mit dem Seelsorger der deutschsprachigen Katholiken im Nahen Osten

weiter in Wohin steuert Ägypten? ...

De Maizière empfängt NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen in Berlin

27.10.2011 | Bundesminister der Verteidigung Thomas de Maizière empfängt heute NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen....

weiter in De Maizière empfängt ...

EURO HAWK: Bundeswehr erhält zukunftsweisendes Aufklärungssystem

12.10.2011 | Am 12. Oktober 2011 wurde das unbemannte Aufklärungssystem EURO HAWK bei der Wehrtechnischen Dienststelle 61...

weiter in EURO HAWK: Bundeswehr erhält ...

Übergabe der ersten GLOBAL 5000 an das Bundesministerium der Verteidigung

22.09.2011 | Im Rahmen der Erneuerung der Mittelstreckenflotte der Flugbereitschaft des BMVg wird am 22. September 2011 bei...

weiter in Übergabe der ersten GLOBAL 5000 an ...



Aktuelles

Wohin steuert Ägypten?

Interview mit dem Seelsorger der deutschsprachigen...

weiter ...

Neuigkeiten

Kirchliche Hilfswerke fordern politische Lösung für Somalia

Aus Anlass der Eskalation der Kriegshandlungen in Somalia...

weiter ...

Pakistan: Unterdrückung und Hoffnung

Die Lage der Christen und anderer nicht-muslimischer...

weiter ...

Weitere Themen

Schießt nicht auf Unschuldige!

Bischof auf Ägypten verurteilt die Gewalt gegenüber...

weiter ...

Militärische Ehren für einen verdienten Soldaten

Bundesminister der Verteidigung Dr. Thomas de Maizière wird...

weiter ...

Archiv

Märtyrer des Alltags

Das gefährliche (Über-)Leben der Christen im Irak

weiter ...

Chance auf Neubeginn für das libysche Volk

Zum Tod von Muammar Gaddafi erklärt Kerstin Müller,...

weiter ...

Verschiedenes

Buch über Christen im Irak erschienen

Bilder und Geschichten von einer Reise in einen Brennpunkt...

weiter ...

Polenz kritisiert Menschenrechtslage im Iran

Der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen...

weiter ...